Mittwoch, 18. Januar 2017

"Ich bin doch kein Renaissanceprinz"

Der lustige satirische Vortrag von Father Hunwicke hat alte Erinnerungen in mir wachgerufen:
Es war gerade mal drei Monate nach seiner Amtseinführung, dass Papst Franziskus ein Konzert zu seinen Ehren platzen ließ, weil er angeblich "zu viel zu tun habe" .... und wie dann hinter den Türen gemunkelt wurde: "Ich bin doch kein Renaissanceprinz"....

Da habe ich doch mal nach dem alten Beitrag aus dem Juni 2013 gesucht, wo er die ganze Welt ins Staunen versetzt hat, ob seiner "Demut".

Das Mysterium des leeren weißen Stuhls

ist gelöst-  oder die heutige Sedisvakanz in der Aula Paolo VI .

Heute nachmittag fand in der Aula Paolo VI ein Konzert zum Jahr des Glaubens statt, das das Orchester der RAI Papst Franziskus gewidmet hatte.

Kurz vor Konzertbeginn stellte sich heraus, dass der Papst wegen einer unaufschiebbaren wichtigen anderen Aufgabe das Konzert nicht besuchen konnte.
Die Gäste, die zusammen mit ihm das Konzert hören wollten, warteten ca. 15 Minuten, bis Bischof Fisichella vor die Besucher trat und erklärte, "dass der Papst wg. unvorhergesehener, dringender Arbeiten nicht kommen kann, dann läßt er Grüße ausrichten und sein lebhaftes Bedauern, dankt allen Musikern und Sponsoren und bestätigt daß alle für morgen geplanten Termine beibehalten werden...dann plaudert er noch ein bißchen über die 9. Sinfonie, als ein monumentales Werk.... "

Inzwischen kolportieren die italienischen Blogger und Vatican Insider*, dass Papst Franziskus den ganzen Nachmittag in seinem Zimmer in Santa Martha gearbeitet habe und dann kurz vor Konzertbeginn zu seinen Mitarbeitern gesagt habe, "Ich bin kein Renaissance-Fürst, der statt zu arbeiten, Musik hört".
Nun ja, zu Zeiten der Renaissance konnten sich das die Fürsten erlauben, ihre Gäste zu brüskieren.

Das Konzert war aber auch ohne Papst sehr schön:




Father Hunwicke platzt der Kragen....

Father John Hunwicke ist über den Umgang des Pontifex und des Kardinalstaatssekretärs mit dem Souveränen Malteser Orden unter totaler Mißachtung des souveränen Status des Ordens als Subjekt des interntionalen Rechts, mit dem der Vatican diplomatische Beziehungen unterhält, überhaupt nicht amused. Das drückt er auf gut britische und lesenswerte Weise mit ironischen Sarkasmus aus. Den Ausruf  "Lor luvaduck" haben wir mangels adäquaten Ausdrucks nicht übersetzt. Achtung Satire!
Hier geht´s zum Original bei liturgicalnotesklicken

   "PAPST FRANZISKUS UND DIE ZEITLICHE MACHT DES PAPSTTUMS"
"Der Bischof anglikanischen Rechts, Andrewes, fand sich traurigerweise vor der Aufgabe wieder, einige Vorwürfe zurückzuweisen, die Hl. Robert Bellarmin gegen König James VI und I erhoben hatte. Der Heilige hatte den König angeklagt, den Primat des Hl. Petrus zu leugnen.
Nein sagte Andrewes: "immo asserit" ( nein, er bekräftigt ihn). Und er fährt fort, zu erklären, was der König leugnet. Er leugnet die Idee, daß das eine irdische Monarchie mit einschließt, durch die der Papst das Recht [ius et potestas] über ihre Untertanen hat und Untertanen von ihrem geleisteten Treueeid zu ihrem König zu befreien (man sollte sich erinnern, daß das nur eine Generation nach "Regnans in exelsis" war).
Daß Andrewes seinen Souverän über seine Worte konsultiert hatte, wird durch König James´ eigenen Gebrauch ähnlicher Worte in seiner "Praefatio Admonitoria" von 1610 nahe gelegt:
"Sit [Papa], per me licet, primus Episcopus inter omnes Episcopos.; sed eo sensu Episcoporum Princeps quo Petrus Apostolorum Princeps.....pernego terrestrem esse aliquem Ecslesiae Monarchum, cuius verba pro legibus esse debeant, quique infallibitate spiritus nunquam in suis sententiis errare possit."

Gergory Dix kommentierte: "Das,mit seinem nunquam widerspricht nicht einmal formal der sorgfältig gehüteten Vaticanischen Definition der Unfehlbarkeit- nur in Glauben und Moral."
Ich würde hinzufügen, daß dieses eine Passaage ist, der ein Jahrhundert und länger vor dem I. Vaticanischen Konzil die katholische französische Bourbonen-Monarchie hätte zustimmen können. Und daß diese möglicherweise gallischen Gefühle anscheinend vom Monarchen, König James VII geteilt wurden, der seine Throne wegen seines sturen Beharrens auf dem Katholischen Glauben verlor.

Die Hypersuperüberpapalisten zu Zeiten Pius´ IX agitierten, glaube ich, für eine "dogmatische Definition " einer temporären Monarchie des Papstes. Aber allgemein wurde gedacht, daß alle diese
Vorstellungen (außer im Hinblick auf den winzigen Vatican-Staat) lange aus dem Bewußtsein sowohl der katholischen Menschen als auch des Papsttums selbst verschwunden waren.

Das heißt bis die überlebensgroße Figur unseres gegenwärtigen Heiligen Vaters, Papst Franziskus auf die Bühne gesprungen kam. Jetzt lebt augenscheinlich der Eindruck, daß der Römische Pontifex absolute, monarchische, sogar imperiale Jurisdiktion über Könige und Prinzen hat wieder auf und ist wohlauf.´
Wie es aussieht, kann der Papst vom Malteser Orden sofortigen Gehorsam verlangen, einer Körperschaft, die gesetzlich eine internationale Souveräne Entität ist. 
Es sieht so aus, als ob der Höchst Eminente Prinz, der Großmeister, ins Büro der Schuldirektors geschleppt und über den Stuhl (über´s Knie) gelegt wird.
Journalisten diskutieren, ob dem Papst bei seinem Umgang mit den Rittern eine nukleare Option zur Verfügung steht.

Nukleare Option! "Lor luvaduck!"  Vielleicht sollten Mr. Trump und Vladimir Vladimirowitsch ihre ballistischen Interkontinentalraketen neu auf die Wahre Bedrohung ausrichten, die Casa Santa Marta.
Vielleicht sollte Elizabeth II besser kontrollieren, ob sich nicht irgendein übereifriger Ultra-Bergoglianer ihre Kronjuwelen aus dem Tower von London unter den Nagel gerissen hat (und sie den Armen gegeben hat, soll heißen den geschiedenen Deutschen)!
Und zumindest sollten Msgr. "Rio Tinto" und Kardinal Farrell -in Rahmen eines neuen Gesetzes zur Verteidigung des Reiches, zu Personae non gratae in diesen drei Königreichen erklärt werden.
Kommen Sie zurück, Dr. Ian Paisley! Alles ist vergeben! Keine Kapitulation! Keinen Zentimeter"
Keinen Nanometer!"

Quelle: Liturgicalnotes. Father J. Hunwicke




Dienstag, 17. Januar 2017

Welche Rolle hatte der Ghostwriter bei "Amoris Laetitia" ? Plagiate ....

Michael Pakaluk kommentiert die Rolle die der päpstliche Ghostwriter Victor Fernandez bei Abfassung und Interpretation von "Amoris Laetitia" spielte und spielt.
Pakaluk ist Ethik-Professor an der Katholischen Universität von Amerika und Autor des bei Ignatius Press erschienenen Buches "Die erschreckende Fremdheit der Barmherzigkeit Gottes"
Zum Original bei Crux geht es hier:  klicken

"ETHIKER SAGT, DIE ROLLE DES GHOSTWRITERS IN AMORIS IST BEÄNGSTIGEND"
"In seinem Essay untersucht Prof. Palakuk von der Amerikanischen Katholischen Universität
die Rolle, die der argentinische Erzbischof Victor Fernandez, einer der theologischen Berater
von Papst Franziskus, in Amoris Laetitia, dem Dokument des Papstes zur Familie, gespielt hat.

Die wichtigste Fußnote in Amoris Laetitia ist vielleicht nicht die, wie von vielen behauptet wird,
die zur Zulassung der in "irregulären Situationen" lebenden Katholiken zu den Sakramenten, sondern
könnte vielleicht eine Fußnote sein, die aktuell nicht in Dokument steht -es aber könnte- weil einer
der Sätze in Amoris fast wörtlich aus einem Essay stammt, der 1995 in Buenos Aires in einer theologischen Zeitschrift veröffentlicht wurde.

Der Satz aus dem berühmtberüchtigten Kapitel 8 ist folgender:
"Der Hl.Thomas von Aquin selbst hat anerkannt, daß jemand in der Gnade und Barmherzigkeit sein kann, auch wenn er nicht in der Lage ist, eine der Tugenden gut auszuüben; mit anderen Worten, jemand der alle moralischen Tugenden besitzt und eine von ihnen nicht ausübt,weil die äußere Praxis
dieser Tugend zu schwierig ist" Man sagt von bestimmen Heiligen, daß sie bestimmte Tugenden nicht besitzen, weil sie Schwierigkeiten haben diese Tugenden in die Tat umzusetzen, auch wenn sie im Besitz dieser Tugenden sind." [Summa Theologia I-II, q.65, Art. 3]

Man muß das Spanische sehen, um das Plagiat klar zu erkennen. Im Spanischen liest sich der Satz aus Amoris so:
“Ya santo Tomás de Aquino reconocía que alguien puede tener la gracia y la caridad, pero no poder ejercitar bien alguna de las virtudes, de manera que aunque posea todas las virtudes morales infusas, no manifiesta con claridad la existencia de alguna de ellas, porque el obrar exterior de esa virtud está dificultado: ‘Se dice que algunos santos no tienen algunas virtudes, en cuanto experimentan dificultad en sus actos, aunque tengan los hábitos de todas las virtudes. 
Und der korrespondierende Satz aus der Zeitschrift von 1995:

   “De hecho santo Tomas reconocia que alguien puede tener la gracia y la caridad pero no          ejercitar bien alguna de las  virtudes “propter  aliquas dispositiones contrarias” (Summa        Th., I-IIae., 65, 3, ad 2), de manera que alguien puede tener todas las virtudes pero no  ---      manifestar claramente la posesion de alguna de ellas porque el obrar exterior de esa              virtud  esta dificultado por disposiciones contrarias: “Se dice que algunos santos no              tienen algunas  virtudes en cuanto tienen dificultades en los actos de esas virtudes, aunque      tengan los  habitos de todas” (Ibid, ad 3).”

Und hier ist die Fußnote, die da sein sollte es aber nicht ist:

Victor M. Fernandez, Romanos 9-11 : gracia y predestinación, Teologia, vol 32, issue 65, 1995, pp. 5-49, at 24.  Cf. Victor M. Fernandez, La dimensión trinitaria de la moral II: profundización del aspecto ético a la luz de “Deus caritas est”, Teologia, vol 43, issue 89, 133-163 at 157. Evangelii Gaudium 171.”

Man muß ein bißchen etwas über Evangelii Gaudium, Papst Franziskus´ apostolische Exhortation über die Freude des Evangeliums hinzufügen, weil der selbe Satz auch dort verwendet wurde-auch dort ohne Zuordnung, und man muß auch auf einen weiteren Artikel von Fernandez mit einer weiteren Fassung des Satzes hinweisen.

Natürlich verwende ich den Terminus Plagiat in seinem materiellen nicht in seinem formalen Sinn,

Sie und ich werden vermuten, daß Fernandez, der jetzt Erzbischof ist und ein enger Faund des Papstes und von dem gesagt wird, er sei der Ghostwriter von Laudato Si´auch der Ghostwriter von Kapitel 8 von Amoris Laetitia und zumindest von Evangelii Gaudium sei.
Im oben zitierten Satz hat er sich einfach seiner eigenen früheren Schriften bedient.


pastoral?

Mich stört schon länger die Sache mit dem "pastoral", weil ich  den Eindruck nicht los werde, das bedeutet es mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen und den Leuten zu sagen, was man meint, was die gerne hören wollen.
Frei nach dem alten Witz:
Kommen zwei Streithähne mit ihrem Streitpunkt zum Rabbi und tragen ihre Positionen vor. Der Rabbi sagt zu dem ersten "Du hast recht!". Dann hört er den zweiten an und sagt dem "Du hast recht!". Seine Frau die zugehört hat, sagt: "Das kann doch nicht sein, dass beide recht haben!" Sagt der Rabbi "Du hast  recht!"

Es ist bestimmt teilweise von nöten, die Wahrheit den Leuten nicht wie einen nassen Sack um die Ohren zu hauen, aber so zu tun, als gäbe es keine solche, ist schlicht und ergreifend unchristlich.
Gilt doch seit Jesus dem Christus, dass die Wahrheit eine Person ist, Christus nämlich.


Sandro Magister: ist Kardinal Caffarras Interview ein Wendepunkt in der Dubia-Kontroverse?

Sandro Magister kommentiert bei Settimo Cielo das Caffara-Interview zu den dubia.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"DIE ZWEIFEL DES PAPSTES UND DIE GEWISSHEITEN KARDINAL CAFFARRAS"

"Unter den vier Kardinälen, die Papst Franziskus um Klarheit über ihre durch "Amoris Laetitia" hervorgerufenen fünf "dubia"  gebeten haben, ist Carlo Caffarra der eine, dem Jorge Mario Bergoglio wiederholt seine Wertschätzung ausgedrückt hat, u.a. indem er ihn zur Teilnahme an den beiden Familiensynoden berief.

Das macht er umso eindrucksvoller, wie frei und mit welcher "parrhesia" Caffarra sich in Bezug auf den Papst im ersten großen Interview, das er nach der Veröffentlichung der "dubia" gegeben hat, ausdrückt- wenn auch mit vollem Respekt für ihn.

Das Interview, das von Matteo Matzuzzi geführt wurde, kam am Samstag, 14. Januar in der Zeitung "Il Foglio" heraus.


Kardinal Caffarra, 78, ist Erzbischof emeritus von Bologna und ein Theologe und anerkannter Experte, der sich genau auf die in den dubia erhobenen Fragen spezialisiert hat. Von 1981 bis 1995 war er Leiter des Päpstlichen Johannes Paul II Instituts für Studien zu Ehe und Familie.

Das ganze Interview ist ein must-read, teilweise weil es Zeichen eines Wendepunktes in der aktuellen Kontroverse in der Kirche zwischen den verschiedenen und entgegengesetzten Interpretationen von "Amoris Laetitia" sein könnte. vielleicht sogar bis zu dem Punkt, Papst Franziskus dazu zu bringen, das Schweigen zu brechen, das er bisher eingehalten hat.
Hier folgt ein Ausschnitt aus dem Caffarra-Interview:    klicken

Quelle: Settimo Cielo, Sandro Magister

Malta sinkt

rorate caeli hat sich über die Vorgänge rund um Amoris Laetitia im Vatican und drumherum Gedanken gemacht und kommt zu einem dramatischen Schluß mit anleihen an die Seefahrt und Seeschlachten: Malta sinkt:"
Hier geht´s zum Original:  klicken

                             "MALTA SINKT"  

"Im Zweiten Weltkrieg wurde Malta als der "unsinkbare Flugzeugträger" beschrieben. 
Je nun, jetzt ist es gesunken. Die Bischöfe von Malta (beide) haben festgestellt, daß jeder in einer irregulären Verbindung, der sich mit Gott in Frieden fühlt, nicht von der Hl. Kommunion oder der sakrtamentalen Beichte ausgeschlossen werden sollte, zumindest ist es das, was sie zu sagen scheinen. Der Leser möge selbst entscheiden.

                     
                            
                                             Auferstehungskathedrale in Gozo, Malta

Wenn als Ergebnis des in Demut. Diskretion und Liebe für die Kirche und ihre Lehreunternommenen Prozesses der  Unterscheidung in ernster Suche nach Gottes Willen und mit dem Wunsch darauf perfekter zu antworten (AL 300) kann eine getrennt lebende oder geschiedene Persond, die in einer neuen Beziehung lebt, es schafft in informiertem und erleuchteten Gewissen, zu erkennen, daß er oder sie mit Gott in Frieden sind, kann er oder sie nicht von der Teilnahme am  Beichtsakrament und der Eucharistie ausgeschlossen werden. (AL Fußnoten 336, 351)

Und wieder:

"es gibt eine komplexe Situation, in der die Wahl als "Bruder und Schwester" zu leben, menschlich  unmöglich wird und zu größerem Schaden führt. (AL Fußnote 329)"

Ich frage mich, was passieren würde, wenn ein Priester entscheiden würde, daß ein Ehebrecher den Prozess der Unterscheidung nicht in der geforderten  Demut durchlaufen hat? Wenn er war die Demut aber nicht die Liebe zur Kirche hatte? Oder vielleicht seine Suche nach Gottes Willen nicht-wie gewünscht- ernst war? Würde Erzbischof Scicluna einem solchen Priester zu seiner pastoralen Sensibilität gratulieren? 


Montag, 16. Januar 2017

Alte Heiden über christliche Tugenden

In mein Poesiealbum schrieb mir, damals in der Grundschule, mein Klassenlehrer einen lateinischen Spruch, der da lautete:
Quis quid agis, prudenter agas, et respice finem

Soweit ich das weiß, schrieb er auch noch die deutsche Übersetzung darunter, nämlich:
Was immer du tust, tue es gut und bedenke das Ende.

Angeblich stammt er Äsop, einem ollen Griechen, der vor über zweieinhalb Jahrtausenden lebte.

Nun, wie soll ich denn sagen, den ersten Teil des Satzes, den hören wir beständig, allüberall und ja lässt sich auch wenig dagegen einwenden, wer wollte schon jemanden auffordern schlecht zu arbeiten, im Sport nicht gewinnen zu wollen und sein Hobby schlecht auszuüben, von allem anderen ganz zu schweigen.

Nur von dem Ende, davon hören vordergründig viel,  alles redet von Erfolg, Effizienz und dem Bilanzieren, aber das eigentliche Ende, das Endgericht, davon hören wir eher weniger, sogut wie nix, Das gibt es irgendwie nicht mehr und wenn es sowas gibt, so ist der liebe Gott ja gegenüber allen und jedem barmherzig und zärtlich, außer gegenüber denen die sich um Frömmigkeit mühen, wenn ich das richtig verstehe.

Von daher spricht es, in meinen Augen schon für den Kardinal Burke, wenn er im Interview sagt.

Was die "dubia" angeht, so beunruhigt mich  das jüngste Gericht mehr, als der Verlust meines Titels.

Vittorio Messori zum Luther-Jahr und dem Umgang des Vaticans mit dem Reformator und der Reformation bei diesem Anlaß.

Vittorio Messori teilt seinen Lesern bei Il Timone was er von den Feiern zum Reformationsjubläum, Martin Luther, dem Umgang des Vaticans mit beidem und anderen Themen- die die aktuelle Situation der Kirche betreffen. Dabei macht er einen kleinen ebenso interessanten wie amüsanten Exkurs zum Zusammenhang zwischen Reformation und Vegetarismus 
Hier geht´s zu einer Seite, die den Messori-Text verlinkt hat :  klicken  (der Original-Link wurde inzwischen gelöscht)
                          "KINDERGARTEN, JANUAR 2017"
Ich halte die Zeitschrift "Bolaffi" (die älteste und größte der Briefmarkenagentur) in Händen, in der die Briefmarken notiert werden, die im laufenden Jahr herausgegeben werden. Ich sehe die Seite, die der Vatican-Post gewidmet ist, auf der eine Ausgabe angekündigt wird, "die erstaunt", wie der Verfasser des Textes schreibt, nicht weniger als eine Briefmarke des Hl. Stuhls, die den 500. Jahrestag des Reformationsbeginns feiert. Offensichtlich ist das Bild, das auf diesem kleinen Papierquadrat des Vaticans zu sehen ist, das Martin Luthers.
Wenn die Laien von Bolaffi sich wundern, was andererseits den Katholiken nicht passiert, die wissen, wie Papst Bergoglio nach Schweden fliegen wollte (wo u.a. die zwangsweise Einführung des Luthertums aus rein ökonomischen Gründen, um die Hände auf das Kircheneigentum legen zu können, brutal gegen das Volk - und viele Märtyrer schuf) - also nach Schweden fliegen wollte um "den Mut" jenes Bruders zu, der es wagte, die unwürdige Kirche des 16. Jahrhunderts in Frage zu stellen. Uns überrascht deshalb nichts mehr. Was aber Bruder Martin angeht: ich finde eine kurze und unvollständige Auswahl der Ausdrücke, die jener " verdienstvollen Reformator" in seinen Schriften für den Römischen Pontifex bereit hielt. Er nannte ihn also "Schwein, Antichrist, Scherer der Herden, Blutvergießer, Wolf, Hund, Verdreher der Hl. Schrift, böser und perverser Lästerer, Gegner Christi, Verzerrer Christi, Kreuziger des Herrn, Teufel, Satan, Sakrileg, Ignorant, Muse der Prostitution, Autor aller Gottlosigkeit, Blasphemist, Heuchler, Meister des Betrugs und der Hochstapelei , Schurke, Pestbringer, Korrupter." Man könnte diese sympathische Litanei fortsetzen...
Es ist wichtig festzustellen, daß Luther sich mit dieser Kaskade von Beleidigungen und Flüchen (wie er selbst erklärte) nicht nur auf die verhaßten Päpste bezog, die zu seiner Zeit regierten sondern auf alle - die in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft den Papststuhl besetzten.  Und dennoch wurde Franziskus in Schweden von den Höchsten Repräsentanten, die von der lutherischen Gemeinde übrig geblieben sind, mit großer Herzlichkeit empfangen. Jener Gemeinschaft, die die Beleidigungen ihres Gründers nie widerrufen hat. Große Heuchelei also von Seiten derer, die Luther als Gottgesandten betrachten, die jedes seiner Worte nicht nur ernst nehmen sondern verehren. 
Welche Wahrheit konnte in den Feiern für einen Papst bei den Nachfolgern dessen gefunden werden, der nie genug Verletzendes finden konnte, um ihn zu beleidigen? Und welche Art authentisches Christentum konnte man bei diesen Festlichkeiten feiern, angesichts dessen, daß Heuchelei für Christus zu den Todsünden gehört?"
À propos Luther. Dieser hat mehrmals verkündet "die Vernunft steht dem Glauben direkt entgegen, deshalb muß man auf sie verzichten. Bei den Gläubigen muß man sie töten und begraben." Daraufhin wurde die Apologetik als blasphemisch verboten, weil sie versuchte, Glauben und Vernunft zu versöhnen.
Hier die ironische Antwort des katholischen Konvertiten vom Protestantismus, Jacques Maritain: "Luther hat so der Menschheit eine große Freiheit gegeben. Er hat uns von allem befreit: der Intelligenz und der Reflektion. Er hat uns von dieser ermüdenden unaufhörlichen Notwendigkeit nachzudenken befreit. Vor allem vor der Notwendigkeit logisch zu denken."

Was steckt hinter dem Kampf um Malta? Oder die Revolutionswächter geben kein Pardon.

Riccardo Cascioli untersucht bei La Nuova Bussola Quotidiana den Hintergrund  der aktuellen Vorgänge in und um Malta.
Hier geht´s zum Original: klicken

     "HINTER DEM FALL MALTA STECKT DER KAMPF UM DIE WAHRHEIT"
Es mag ein bloßer Zufall sein, aber sicher ist, daß der Fall der Malteser Ritter ohne großes Aufsehen vorüber gegangen wäre, wäre nicht Raymond Burke deren Kardinalpatron.
Burke ist einer der vier Kardinäle, die Unterzeichner der "dubia", der fünf Fragen an den Papst zur Klärung einiger zweideutiger Aspekte der apostolischen Exhortation "Amoris Laetitia" sind.
Und er ist auch einer der vier, auf die sich das Feuer der "Revolutionswächter", von Journalisten und Intellektuellen, die entschlossen sind jeden, der sich auf die Kontinuität der Kirche und der Lehre oder die Kohärenz der Lehre der Kirche beruft, aus dem Spiel zu entfernen.

So hat sich der Focus der Kontroverse, die schon von sich aus wichtige Fragen ins Spiel bringt, wie die Art, mit der die Katholischen Wohltätigskeitsorganisationen intervenieren und die Beziehungen zwischen dem Hl. Stuhl und dem Souveränen Orden gestalten, jetzt auf die Figur Kardinal Burkes verlagert, der als eine Art Gegenpapst dargestellt wird.
Daß er dieses Etikett ablehnt und in seinem letzten Interview vom 12. Januar La Verita Erklärungen zu Vorhaben, die ihm zugeschrieben werden, dementiert hat- zählt da nicht.
Für die, die entschlossen sind, ihn abzuurteilen, ist das die Rolle, die ihm zugewiesen werden muß.

Verräterisch sind in diesem Sinne die Worte, mit denen der Vaticanist Paolo Rodari seinen dem Fall des Malteser Ordens gewidmeten Artikel in der Repubblica am 11. Januar beendet:
" Die Linie des Ordens unter dem Patronat von Burke (...)  ist Lichtjahre davon entfernt, von dem was die gesamte Kirche in Zeiten von Papst Franziskus zu tun versucht: "das in den Herausforderungen der Zeit inkarnierte Evangelium, das dem Menschen und seinen Leiden nahe ist."
Das ist das Schema: Burke gegen die ganze Kirche, eine massive Vereinfachung, die nicht im geringsten mit den Wahrheit korrepondiert.

Aber vor allem enthüllt dieses Urteil, was wirklich auf dem Spiel steht. 
In diesem in Frage stehenden Fall geht es um die Verteilung von Kontrazeptiva in armen Ländern, innerhalb von Hilfsprojekten und Entwicklungshilfe durch Katholische Organisationen. Nach Rodari wäre sich dieser Praxis entgegen zu stellen, ein nicht inkarniertes Evangelium zu predigen, weit entfernt von den Leiden des Menschen. Es versteht sich von selbst, daß die "neue" Kirche sich nicht mehr bemüht, die Wahrheit über den Menschen zu lehren, sondern die unmittelbaren Wünsche und Bedürfnisse zu befriedigen.

Das Muster Doktrin gegen Pastoral kehrt zurück, die Aufmerksamkeit auf die wahren Bedürfnisse des Menschen gegen den Legalismus und den Moralismus.
Das ist ein falsches Schema und stellt die Wahrheit des Katholizismus selbst zur Diskussion, weil wenn die Lehre (das, was Christus uns offenbart hat) nicht mit der Wahrheit des Menschen übereinstimmt, der Katholizismus die größte Lüge der Geschichte ist.

In dem schönen Interview, das Kardinal Carlo Caffarra am 14. Januar Il Foglio gegeben hat, gibt es Passagen, die diesen Punkt gut erklären. Ich zitiere eine, die alles andere erklärt: "An eine pastorale Praxis zu denken, die nicht in der Lehre gegründet und verwurzelt ist, bedeutet, die pastorale Praxis auf Willkür zu gründen. Eine Kirche mit wenig Aufmerksamkeit für die Doktrin ist nicht eine pastoralere Kirche sondern eine ignorantere Kirche.
Die Wahrheit, über die wir sprechen (...) ist eine Wahrheit, die ewige Rettung gibt (...), die, wenn ihr die Freiheit gehorcht, das wahre Leben gibt."

Das ist die Sicherheit und die Überzeugung die seit 2000 Jahren die missionarische Verkündung der Kirche begleitet hat. Und das ist das, was zur Diskussion gestellt wird. Die Kontroverse, die wir gerade erleben, liegt auf dieser Ebene."

Quelle: LNBQ, R. Cascioli

Sonntag, 15. Januar 2017

Sinfoniae Sacrae - Tradition muß sein

 Da sind wir ganz rigide- und davon wird uns auch die Antirigiditäts-Synode 2018 nicht abbringen.

         

Auch Kardinal Caffarra gibt ein Interview zu den Dubia

Matteo Matzuzzi hat in Il Foglio über das Caffarra-Interview berichtet. wir haben bei Il Crux eine Zusammenfassung gefunden, Hier geht´s zum Original bei Il Foglio:  klicken
Die englische Übersetzung des Inverviews gibt's bei catholic world report  klicken

 "NUR EIN BLINDER KANN LEUGNEN, DASS ES IN DER KIRCHE GROSSE VERWIRRUNG GIBT"

Einige Passagen aus dem ausführlichen Interview:

"Die Spaltung unter den Bischöfen ist der Grund für den Brief, den wir an Franziskus geschrieben haben- nicht die Auswirkung des  Briefes. Beleidigungen und Drohungen mit kanonischen Sanktionen sind unwürdig."

"Ich denke, daß einige Dinge geklärt werden müssen. Der Brief und die beigefügten Dubia wurden lange durchdacht, über Monate, und sind lange unter uns diskutiert worden. Und in meinem Fall ist lange vor dem Hl. Sakrament gebetet worden."

"Wir waren uns bewußt, daß die Geste, die wir machen, ernst ist. Wir hatten zwei Sorgen. Die erste war, die Gläubigen nicht zu skandalisieren. Für Hirten wie uns ist das eine grundlegende Verpflichtung. Die zweite Sorge war, daß keiner, Gläubiger oder nicht- in dem Brief Ausdrücke finden sollte, die sogar von weitem auch nur ein bißchen respektlos gegenüber dem Papst sein könnten. Der endgültige Text  ist die Frucht mehrerer Verbesserungen: revidiert, geprüft, verworfen, korrigiert."

"Was hat uns dazu getrieben, das zu tun? Eine Überlegung, die allgemein, strukturell ist und eine die ...oder situationsbedingt ist. Fangen wir mit dem ersten an.
Wir Kardinäle haben die schweren Verpflichtung, den Papst bei seiner Leitung der Kirche zu beraten.
Das ist eine Verpflichtung, und Verpflichtungen verpflichten, In Worten einer stichhaltigen Überlegung ist die Tatsache- die nur ein Blinder leugnen würde- daß es ungeheure Verwirrung, Ungewißheit und Unsicherheit in der Kirche gibt, als Resultat einiger Paragraphen von Amoris Laetitia. Während der letzten Monate, haben einige Bischöfe- in Worten fundamentaler Fragen, die die Sakramente und das Christliche Leben betreffen, haben einige Bischöfe gesagt "A" , andere haben das Gegengteil von "A" gesagt und das mit dem Ziel den selben Text zu interpretieren.
Und das ist eine unleugbare Tatsache, weil Tatsachen stur sind, wie David Hume sagt. Der Ausweg aus diesem Interpretationskonflikt war der Rückgriff auf die fundamentaltheologischen Interpretationskriterien, durch deren Gebrauch -so denke ich- man auf vernünftige Weise zeigen kann, daß Amoris Laetitia Familiaris Consortio nicht widerspricht. Persönlich habe ich bei öffentlichen Treffen mit Laien und Priestern immer diese Methode benutzt.

Dennoch stellten wir fest, daß dieses epistemologische Modell nicht ausreihte. Der Widerspruch zwischen den beiden Interpretationen blieb unvermindert bestehen.
Es gab nur einen Weg, der Sache auf den Grund zu gehen: den Autor des Textes, der auf zwei widersprüchliche Weisen interpretiert wird, zu fragen, welches die richtige Interpretation ist.
Es gibt keinen anderen Weg. 
Dann sind wir das Problem angegangen, wie wir das zum Papst bringen sollten.
Wir wählten den Weg. der in der Kirche sehr traditionell ist, die sogenannten dubia.
[warum?] Weil es ein Instrument ist, das den Hl. Vater nicht dazu  verpflichtet detailliert und lange zu antworten, für den Fall, daß er in seiner souveränen Entscheidung zu antworten wünschte.
Er mußte lediglich mit ja oder nein antworten. Und es dann -so wie Päpste das oft getan haben,- an Schreiber (probati autores) oder die Glaubenskongregation zu bitten, eine Deklaration mit Erklärungen des ja oder nein zu veröffentlichen. Das schien der einfachste Weg zu sein.
Die andere Frage war, ob wir das privat oder öffentlich tun sollten. Wir dachten und waren und einig, daß es respektlos wäre, wenn wir das sofort öffentlich täten. Deshalb machten wir es privat und erst als wir sicher waren, daß der Hl. Vater nicht antworten würde, entschieden wir uns zu veröffentlichen.
Wir haben sein Schweigen als Autorisierung verstanden, mit der theologischen Diskussion fortzufahren. 
Außerdem betrifft das Problem sowohl das Lehramt der Bischöfe (das sie -vergessen wir das nicht- auf Basis des Sakramentes ausüben, das sei empfangen haben und nicht im Auftrag des Papstes) und es betrifft das Leben der Gläubigen.
Beide Gruppen haben das Recht, an dieser Diskussison beteiligt zu werden. Viele Gläubige  und auch Priester  sagten: aber Du Kardinal bist in einer Situation wie dieser verpflichtet beim Hl. Vater zu intervenieren. Warum gibt es euch sonst, wenn nicht, um dem Papst bei so schwierigen Fragen wie diesen zu helfen?"
Bei vielen Gläubigen wuchs der Skandal an, so als ob wir Kardinäle uns wie die Hunde, über die der Prophet spricht, benahmen, die nicht bellen.
Das ist was hinter diesen paar Seiten steht."


Synode 2018: Kampf gegen die "Rigidität"

Jugend gegen "Rigidität" -gut, solange das nicht heißen soll, Jugend gegen Lehre & Tradition....
Aggiornamenti an den Zeitgeist, der sich bisher so gut wie nie als Äquivalent des Hl. Geistes erwiesen hat, hatten wir schon mehr als genug.
torontocatholicwitness versteht diese Programmatik auch als Fortsetzung des Kampfes gegen die Doktrin und berichtet.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"BREAKING: bei der kommenden Jugend-Synode 2018 soll die "Rigidität" in der Kirche bekämpft werden"


"Der stattfindende Krieg gegen die Doktrin, ausgelöst von Kirchenmännern im Vatican (maskiert als Kampf gegen "Starrheit") wird bei der kommenden Synode für die Jugend 2018 hochgefahren.
Das nach Meldung von Radio Vatican.

Die Leser werden feststellen daß das "Berufsleben der Jugendlichen" an erster Stelle steht. Ein völlig natürlicher Ansatz für ein horizontales Christentum, das nicht länger an die Hölle glaubt. Der Weg zum Himmel geht über das Kreuz, nicht Geld, eine sogenannte Karriere und  Berufsleben.

Die Leser sollten notieren, daß Kardinal Lorenzo "Finger"* Baldisseri (der Mann der bei der vorigen Synode die an die Synodenväter adressierten Bücher verschwinden ließ und ein bekannter Klavierspieler) diese Synode organisiert, ebenso wie er die skandalöse Familien-synode organisierte.n

Bei all dem sollten wir uns erinnern, daß Christus immer noch die absolute Kontrolle über seine Kirche hat. Wir haben den Papst und die Kirchenmänner, die wir brauchen. Was ist es, was wir brauchen? Wir müssen für schwere Sünden von Katholiken bestraft werden.

Gott schreibt gerade auf krummen Linien. Wir sollten nicht vergessen, daß Gott viel viel größer ist als der Mensch, einschließlich der Päpste. Kein Mensch- einschließlich ein Papst- kann je die Kirche zerstören.

Vatican Radio:
A  EIne Kirche die weniger starr ist, entgegenkommender und offen für Diskussionen, Debatten und Begegnungen. Sie wollen Kirchenführer, die Willens sind, Zeit damit zu verbringen, dem Erfahrungen der jungen Leute zuzuhören, sie zu "privilegierten Gesprächspartnern"  einer Kirche zu machen, die im Dialog mit den jungen Generationen engagiert und offen ist.

Das ist das ehrgeizige Ziel im Herzen der nächsten Bischofssynode, fokussiert auf die Erwartungen, die junge Leute für ihr berufliches,spirituelles und persönliches Leben haben."

Den Gesamtbericht kann man hier lesen.

Quelle: torontocatholicwitness

Samstag, 14. Januar 2017

Fundstück: wie sich die Zeiten ändern oder eine Bischofskonferenz vergaloppiert sich.

Wie Felizitas Küble bei charismatismus.wordpress,  wo wir unser Fundstück gefunden haben (Danke!),  so richtig sagt: man staunt nicht schlecht oder traut seinen Augen nicht, wenn man liest zu welchem Vergleich sich die Redaktion von "katholisch.de " -dem Internetportal der DBK!- bezüglich der 4 dubia-Kardinäle versteigt.
Hier geht´s zum Fundstück:    klicken

Felizitas Küble

"Brutus und Cassius: Sind kritische Kardinäle mit Cäsarenmördern vergleichbar?"

Wer im Geschichtsunterricht halbwegs gut aufgepaßt hat, staunt nicht schlecht, wenn er auf „Katholisch.de“, dem Internetportal der Deutschen Bischofskonferenz, im heutigen Wochenrückblick Folgendes zu lesen bekommt, bezogen auf innerkirchliche Kritiker von Papst Franziskus:  papst_letzter_tag_01
„Denn die Feinde kommen aus den eigenen Reihen. Statt Brutus und Cassius heißen sie diesmal Burke und Caffara.“
Wie kommt die Redaktion dazu, derart schwere Geschütze aufzufahren? Warum sind dort die Nerven derart auf Grundeis?!
Natürlich sollen die beiden konservativen Kardinäle mit jener harten Aussage wohl kaum mit den historisch bekannten Cäsaren-Mördern gleichgesetzt werden.
Es wird aber offensichtlich ein Zusammenhang hergestellt, der beinhaltet, jene beiden Kirchenmänner wollten den Papst „stürzen“, wenngleich nicht gerade mit Dolch und Säbel, aber vielleicht mit dem „Waffen“ des Wortes?
War denn das Portal der Bischofskonferenz auch derart dünnhäutig, als damals Papst Benedikt im Zusammenhang mit der Exkommunikations-Aufhebung der Pius-Bischöfe von einer Reihe deutscher Bischöfe öffentlich kritisiert wurde?
Im Vergleich dazu erscheinen die „Dubia“ (Zweifel), welche einige Kardinäle hinsichtlich „Amoris Laetita“ (AL) geäußert haben, geradezu wie sanftes Säuseln.

Während es früher auch in vielen bischöflichen Ordinariaten als schick galt, den Papst zu kritisieren, scheint dies heute eine neue Todsünde zu sein, bei der sofort an Brutus und Cassius, die berüchtigten Mörder Cäsars (eines römischen Diktators auf Lebenszeit), erinnert wird.
Wie sich doch die Zeiten ändern…."
                                                                                                                                                Foto: Radio Vatikan

Dem kann man nur kopfschüttelnd zustimmen, wenn auch nicht überrascht. Konnte man denn anderes erwarten? Schließlich gehörten doch mindestens zwei der renommiertesten Purpurträger der DBK zur St. Gallen-Mafia.


EIn Interviewer gibt ein Interview: Peter Seewald

Paul Senz interviewt für Catholik World Report Peter Seewald.
Hier geht´s zum Original:  klicken


"JOURNALIST PETER SEEWALD : PAPST BENEDIKT IST "EINE DER AM MEISTEN MISSVERSTANDENEN PERSÖNLICHKEITEN UNSERER ZEIT"

Der deutsche Journalist reflektiert über sein jüngstes buch-langes Interview mit dem Papa Emeritus Benedikt XVI , der er zu den wichtigsten Päpsten der Geschichte zählt."

Es ist wohlbekannt, daß Papst Franziskus gibt den verschiedenen Medien regelmäßig Inteviews gibt und hat das seit den ersten Tagen seines Pontifikates getan. Das Ergebnis davon ist, daß jedes nachfolgende Interview mit weniger Fanfaren entgegen genommen wird und die Worte des Hl. Vaters mit weniger angehaltenem Atem gehört werden.


Sein Vorgänger, Papst Emeritus Benedikt XVI, war nie einer, der so oft Interviews gegeben hat. 
Aber in den letzten 25 Jahren hat er dem deutschen Journalisten Peter Seewald vier buch-lange Interviews gegeben- "Salz der Erde", "Gott und die Welt", "Licht der Welt" und jetzt "Letztes Testament;: in seinen eigenen Worten". Dieses jüngste ( und vielleicht letzte) in der Reihe der Interviews, Letztes Testament enthält viele Einsichten in das Leben und die Persönlichkeit von Joseph Ratzinger. Der Interviewer, Peter Seewald, bringt seine eigene faszinierende persönliche Geschichte in diese Interviews ein. Katholisch aufgewachsen verließ der als Jugendlicher die Glaubenspraxis und wurde ein glühender Kommunist. Es war die Zeit, die er damit verbrachte den damaligen Kardinal Joseph Ratzinger zu interviewen, die bekannterweise Seewald zurück in die Kirche brachte. Ihre professionelle Beziehung entwickelt sich zu einer engen Freundschaft und dasn kann man an den Seiten dieses letzten Buches sehen.

Die Interview-Sitzungen für "Letztes Testament" begannen vor Benedikts Rücktritts-Ankündigung und ging kurz danach weiter. Als Resultat wurden diese Interviews - die zuerst als Recherche für Seewalds Benedikt-Biographie gedacht waren- zum Ort, an dem er ungefiltert Rechenschaft über sein Pontifikat ablegen konnte, sagen, wie er seine Erfolge und Mißerfolge sieht, und zu einer weiteren Erklärung seiner Analyse der Segnungen und Probleme der heutigen Welt und einer Reflektion seines bisherigen Lebens.
Herr Seewald hat am 16. Dezember per e-mail mit CWR gesprochen.Seine Antworten wurden durch den Übersetzer von "Letztes Testament", Jan Phillips. übersetzt.

CWR: Sie sind in Deutschland in eine Katholische Familie geboren worden. Können Sie uns ein bißchen was über Ihre Glaubensreise bis heute erzählen?
Peter Seewald: 
Während der Studentenrevolte von 1968 habe ich angefangen, mich in der Politik zu engagieren. Das Christentum schien damals etwas wie ein Relikt aus der Vergangenheit zu sein. Ich fühlte, daß seine Mischung aus Macht und Verrücktheit überwunden werden mußte, um endlich eine wirklich fortschrittliche Gesellschaft zu bauen. Deshalb trat ich eines Tages aus der Kirche aus. Ich fühlte mich befreit und kämpfte für die Ideen von Marx und Engels. Jetzt im Laufe der Zeit, habe ich den Kommunismus hinter mir gelassen. Wir wußten damals nicht, welche Grausamkeiten und wieviele Millionen Opfer der Maoismus in China hinterlassen hat (oder eher wir wollten es nicht wissen) , aber es war mir klar, daß diese ideologischen Systeme nicht mit der Menschenwürde versöhnt werden können. Als Journalist, der die Entwicklungen in der Gesellschaft genau verfolgte, konnte ich jetzt sehen, daß mit dem Niedergang des Christentums im Westen, die Basis unserer Kultur und Zivilisation verschwanden.  Es war offensichtlich, daß es eine Verbindung zwischen der Aufgabe der Überzeugung, daß die Welt geschaffen wurde und zu einer geschaffenen Ordnung gehört - einer ----Gottes- und der Gefahr neuer Barbarei gibt. Als ich die Gelegenheit bekam, 1992 ein Interview mit Kardinal Joseph Ratzinger zu führen, war ich von der Tatsache fasziniert, daß es aus dem Glauben. dem Wissen und der Tradition der Katholischen Kirche Antworten auf die Probleme unserer Zeit gibt. Ja, die Botschaft, die der Glauben bringt, ist ein Angebot, das man nicht aus der Hand geben sollte.
CWR: 
"Das ist das vierte buch-lange Interview, das Sie mit Joseph Ratzinger/Papst Benedikt gemacht haben. Wessen Idee war es, noch eines zu machen? Ist Benedikt mit der Absicht seine "letzten Worte" über sein Leben und sein Pontifikat zu äußern in dieses Projekt gegangen so viel sie wissen?"

Seewald:
"Ursprünglich waren diese Aufnahmen nicht für eine eigene Veröffentlichung gedacht, sondern als Hilfe für meine Arbeit an einer Biographie von Ratzinger. Dann jedoch, sah ich, daß sie ein unvergleichliches historisches Dokument bilden würden, und wurde mir bewußt, daß man diesen Text der Welt nicht vorenthalten durfte.
Papst Franziskus war zuerst nicht dafür.  Aber ich konnte ihn überzeugen, daß dieses Buch eine gute Idee sei, Seine Vorbedingung war, daß Papst Franziskus seine Zustimmung gab.
Deshalb ist unser Gespräch nicht irgendein Text zur Selbstrechtfertigung, auch wollte Papst Benedikt "letzte Worte" sprechen.  Es stellte sich nur heraus, daß wir eine unerwartete Chance hatten, authentische Informationen des Chefhirten der Weltkirche zu bekommen, ohne Verzerrung durch die Medien.
Dieses Buch klärt insbesondere die Umstände und Gründe für den historischen Rücktritt und beendet die Spekulationen und Verschwörungstheorien, die ihn umgeben.
Im Grunde handelt dieses Buch davon, die Türen zu Benedikts Lebenswerk und Botschaft offen zu halten, weil diese Botschaft etwas ist- wie ich überzeugt bin- unverzichtbar für die Zukunft der Kirche, des Glaubens und der Gesellschaft."


Vor 470 Jahren in Trient


Gestern vor 470 Jahren, am 13. Januar 1547 wurde im Pontifikat von Papst Paul III beim Konzil von Trient das Rechtfertigungsdekret herausgegeben- ein permanentes Bollwerk gegen die Protestantische Ketzerei.
Hier geht´s zum Original bei Rorate Caeli:  klicken
Die Kathedale von San Vigilo in Trient , Tagungsort der sechsten
Sitzung des Konzils  von Trient (1546-1547) am gestrigen Morgen. 
"An diesem Tag, genau vor 470 Jahren haben die ehrenwerten Väter des Heiligen Ökumenischen Konzils von Trient am Ende der sechsten Session eines ihrer entscheidendsten und ausführlichsten Dokumente formuliert: das Rechtfertigungsdekret.
Rechtfertigung war -natürlich- das Zentralthema der Protestantischen Häresien gewesen (.....)
Nach langen Diskussionen klärten die Konzilsväter alle Punkte und bestätigten die unveränderliche Lehre der einzigen Kirche Christi zur Rettung der Seelen."
Den Volltext des Dekrets kann hier in englischer Sprache gelesen werden: klicken

Quelle: rorate caeli, Fr. Andre Marie