Dienstag, 25. April 2017

Der "rauchende Colt" des Völkermordes an den Armeniern

Marco Tosatti ind Stilum Curiae
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"VÖLKERMORD AN DEN ARMENIERN, IN JERUSALEM WURDE DER "RAUCHENDE COLT" GEFUNDEN. HEUTE WIRD IN ALLER WELT AN DIE VERNICHTUNG ERINNERT."
"Vor 102 Jahren begann in Konstantinopel mit dem Massaker an Intellektuellen, Politikern und gewöhnlichen Menschen der Völkermord an den Armeniern, der erste des Jahrhunderts der Völkermorde, das Ereignis, aus dem Hitler und seine Komplizen ihre Inspiration und das Know how für die Ermordung der Juden bezogen haben.
In diesem Jahr wird dieses Datum, an dem in der ganzen Welt von der Gemeinschaft der Armenischen Kirche gedacht wird, durch eine besondere und besonders wichtige Entdeckung gekennzeichnet. 

Taner Akcam, ein Historiker , der an der Universität von Massachusetts in den USA lehrt, hat beknnt gegeben, daß er einen entscheidenden Beweis für die Veranwortung der Türkischen Zentralregierung der damaligen Zeit für die Auslöschung gefunden und dechifftriert haben.

Die Türkei betreibt seit jeher eine aggressive Politik der Verleugnung. Und seit einigen Wochen macht eine Nachricht die Runde. daß die Türkische Botschaft in Italien einen Brief an verschiedene italienische Bürgermeister geschickt hat, der sie einschüchtern soll, das Wort "Genozid" nicht mehr zu benutzen, um die Blutbäder von 1915 bis 1919 zu beschreiben, die 1,5 Millionen christliche Armenier das Leben kosteten.
Die letzte italienische Gemeinde, die den Genozid an den Armeniern durch eine gemeinsame Eingabe anerkannte, war Agnone,in der Provinz Isernia. Viele andere Gemeinden hatten diesen Entschluss schon früher gefaßt. Der Messagero hat über den Negationismus der Türkei berichtet.

Der Botschafter -rät mit einer Initiative, die man sicher als Einmischung und ungebührlichen Eingriff bezeichnen kann, den Kommunen, nicht "einseitige Initiativen zu ergreifen".
Das ist ein diplomatischer Schritt, der eine offizielle Zurückweisung durch die Farnesina verdient hätte, von der man aber bisher nichts gehört hat. Und es erscheint unwahrcheinlich, daß Alfano den erforderlichen Mut findet, das zu tun.
Obwohl das Europäische Parlament 1987 für eine Resolution stimmte, in der anerkannt wurde, daß "Während der I. Weltkrieges die von den Türken begangenen Verbrechen, von der UNO als Völkermord anerkannt wurde. Die Türkei ist verpflichtet, diesen Genozid und seine Folgen anuerkennen." An diese Resolution wurde auch am 15. April 2015 erinnert, in der "jede Form von Negationismus" klar verurteilt wurde.

Jetzt hat Taner Akcam, von der Clark-Universität der Masse der Beweise dafür, wie die Vernichtung der größten christlichen Gemeinschaft des Mittleren Orients geplant wurde- und nicht Ergebnis zufälliger Umstände- wie dramatisch auch immer, war, wie es die Leugner behaupten,ein fundamentales Element hinzugefügt.
Akcam hat im Archiv des Armenischen Patriarchates von Jerusalem eines der chiffrierten Telegramme mit der Anordnung des Massakers gefunden.
Unmittelbar nach Ende des Krieges führten die Prozesse in der Türkei zur Anklage gegen viele Verantwortliche, zu denen auch Behaddin Shakir gehörte.
Der grundlegende Beweis war ein codiertes, dann dechiffriertes Telegramm.
Aber in den folgenden Jahren -nach dem Beginn der negationistischen Politik- verschwanden das Telegramm und andere Beweise, unter ihnen beeidete Aussagen , was den Historikern Schwierigkeiten bereitete.
"Das ist der rauchende Colt" hat Taner Akcam der New York Times erklärt. Das codierte Telegramm wurde von einem hohen Beamten in Erzerum geschickt, er bat seinen Kollegen vor Ort um Informationen, wie die Deportation und Ermordung der Armenier im östlichen Anatolien voranging.
Shakir floh nach Deutschland, bevor er vor Gericht gestellt wurde, aber er wurde von zwei Armeniern getötet, deren Familien im Völkermord vernichtet wurden.

Man wartet darauf zu sehen, wie Donald Trump auf das Problem der Anerkennung des Genozids ab den Armeniern reagieren wird. Obama hatte versprochen das zu tun, aber während seiner beiden Amtsperioden blieb es bei diesem Versprechen.  Die Anerkennung des Armenier-Genozids, armenisch Mètz Yeghern, "das große Böse" ist auch in Israel ein Problem.
In den vergangenen Tagen hat die Knesseth eine Diskussion über eine eventuelle Anerkennung des Armenier-Genozids verschoben, um keine Probleme bei den Beziehungen zur Türkei auszulösen.

Hier geht´s zum Artikel der New York Times:  klicken
Titel: "Der Sherlock Holmes des Armenier-Genozids entdeckt verlorene Beweise"

Quelle: Stilum Curiae. M.Tosatti  


Questo blog è il seguito naturale di San Pietro e Dintorni, presente su “La Stampa”.  Per chi fosse interessato al lavoro già sv

"Der Papst möge seine Worte besser abwägen...."

Das fordern nach der unglaublichen verbalen pontifikalen Entgleisung von den Flüchtlingscamps als Konzentrationslagern die amerikanischen Juden- wie Marco Tosatti heute in Stilum Curiae berichtet. Hier geht´s zum Original:  klicken


"AMERIKANISCHE JUDEN ZUM PAPST: MIGRANTEN IN KONZENTRTIONSLAGERN? WÄHLEN SIE IHRE WORTE BESSER HEILIGKEIT..."

Der Pontifex hat mit seinen Worten über die Migranten eine trockene Reaktion von DI David Harris, dem Vorsitzenden des Jüdischen Komittees, provoziert. Während seines Besuches in San Bartolomeo auf der Tiber-Insel, dem Ort, der von Sant´Egidio den neuen christlichen Märtyrern geweiht wurde, hat der Pontifex noch einmal das Thema der Flüchtlinge angesprochen, das in seiner Pastoral obsessive Töne annimmt. Der Anlass für den Besuch war die Erinnerung an alle Christen, die für ihren Glauben leiden oder persönlich mit dem Leben bezahlen.

Man hätte eine Erwähnung einer Ikone des Glaubensmartyriums unserer Zeit, Asia Bibi erwarten können, der pakistanischen Frau, die seit Jahren- nach einem schwebenden Todesurteil unter der sicher konstruierten Anklage wegen Blasphemie- eingekerkert ist.
Aber bei dieser Gelegenheit hat der Papst auch das nicht wiederholt, was er im April 2015 sagte, und das ist die Erinnerung ans Gebet.

Statt dessen sagte er- aus dem Stegreif- "Ich würde heute gern ein weiteres Bild hinzufügen- sagte der Pontifex als er über den Kontext der Flüchtlinge und die Verfolgung gegen die Christen sprach- eine Frau, ich kenne ihren Namen nicht, die mich vom Himmel her anschaut. Ich war auf Lesbos, habe die Flüchtlinge begrüßte, habe einen dreißigjährigen Mann getroffen, drei Kinder, er hat mich angesehen und gesagt: "Pater, ich bin Muslim, aber meine Frau war Christin, sie haben nach unserer Religion gefragt und in unser Land sind die Terroristen gekommen. Sie haben uns angesehen,  sie haben nach unserer Religion gefragt und haben sie mit dem Kruzifix gesehen, sie haben verlangt, daß sie es wegwirft. Sie hat das nicht getan und sie haben sie vor meinen Augen enthauptet. Wir haben uns so geliebt,"

Das " so fuhr Franziskus fort"- ist das Bild, das ich heute als Geschenk mitbringe. Ich weiß nicht, ob dieser Mann noch auf Lesbos ist oder ob er es geschafft hat, woanders hin zu kommen. Ich weiß nicht, ob er in der Lage war, aus diesem Konzentrationslager herauszukommen, weil die Flüchtlingslager Konzentrationslager sind- für die Menge der Leute. Sie werden dort gelassen, weil die internationalen Verträge wichtiger zu sein scheinen als die Menschenrechte. Dieser Mann hatte keine Boshaftigkeit, er als Muslim hatte dieses Kreuz des Schmerzes ohne Boshaftigkeit getragen. Er war in die Liebe seiner Frau geflohen"

Gestern hat das Amerikanische Jüdische Komitee Papst Franziskus ausgefordert, "seine schändliche Wortwahl zu überdenken". "Die Bedingungen, in denen die Flüchtlingen derzeit in einigen europäischen Ländern leben, können wirklich schwierig sein, aber sicher sind es keine Konzentrationslager" erklärte David Harris, Vorsitzended des AJC.

Die am Ende der Begegnung mit den Migranten gemachten Überlegungen hätten eine sehr viel größere Rede verdient als diese: "Diese Großzügigkeit des Südens Lampedusas, Siziliens, von Lesbos möge uns alle anstecken. Wir sind die Gesellschaft, die keine Kinder hat, aber wir verschließen auch die Tür vor den Migranten: dass nennt man Selbstmord.
Denken wir an die Grausamkeiten, die heute unter so vielen Leuten wütet, die Ausbeutung derer,die mit den Schiffen kommen und dann hier in den großzügigen Ländern bleiben, Italien und Griechenland begrüßen sie, aber dann lassen die interationalen Verträge sie nicht weiterreisen."

Um nicht von der letzten Überlegung zu sprechen: "Wenn in Italien jedes Rathaus nur zwei Migranten aufnähme, wäre Platz für alle."

Zu diesem Thema erinnere ich noch einmal an das schöne Buch von Laurent Dandrieu, dem Verantwortlichen für die Kulturseite von "Aktuelle Werte" ("Valeurs Actuelles") über das ich in La Nuova Bussola Quotidiana geschrieben habe.

Unter anderem betont Dandrieu, daß es "natürlich leichter ist, den Emotionen zu folgen und sich ins Lager derer zu begeben, die eine bedingungslose Großzügigkeit propagieren"
Aber er sieht und kritisiert eine ganze Serie von Lügen und Heucheleien und schreibt "daß die Rede eines Papstes, wenn sie so eminent politische Probleme berührt, nicht ohne eine gewisse Unaufrichtigkeit vorgibt, sich an eine rein humanitäre und caritative Dimension zu halten, so als ob es keine politischen Folgen gäbe, Und daß dieser Appell "von den Europäern nicht als implizite Verurteilung und als explizite von denen angesehen werden darf, die im Namen des Überlebens Europas gegen diese Migranten-Invasion kämpfen."

Quelle: Stilum Curiae, Marco Tosatti

Montag, 24. April 2017

warum toben die Völker?

das ist der heutige Antwortpsalm und auch Teil der Lesung aus der Apostelgeschichte.

ja man fragt es sich in der Tat, und der Psalm lehrt uns, dass nicht nur wir es sind, die sich solche Fragen stellen.

Daher sei er hier her geschrieben:

.1 Warum toben die Heiden und sinnen die Völker Eitles?
2. Es treten die Könige der Erde auf und die Fürsten kommen zusammen wider den Herrn und wider seinen Gesalbten.
3. Lasset uns ihre Fesseln zerreißen und von uns werfen ihr Joch!
4. Der im Himmel thront, lacht ihrer und der Herr spottet ihrer.
5. Dann redet er zu ihnen in seinem Zorne und schreckt sie in seinem Grimme.
6. Ich aber bin von ihm zum König über Sion eingesetzt, seinen heiligen Berg, sein Gesetz zu verkünden.
7. Der Herr sprach zu mir: Du bist mein Sohn, ich habe dich heute gezeugt.
8. Begehre von mir,so will ich dir die Völker zu deinem Erbe gebenund zu deinem Besitztume die Grenzen der Erde.
9. Mit eisernem Zepter wirst du sie beherrschen und wie Töpfergeschirr sie zertrümmern.
10. Nun denn, ihr Könige! kommet zur Einsicht; lasset euch weisen, ihr Richter der Erde!
11. Dienet den Herrn in Furcht und jauchzet ihm zu mit Zittern!
12. Nehmet die Mahnung an, auf dass der Herr nicht etwa zürne und ihr zugrunde gehet, fernab vom rechten Wege.
13. Wenn in Bälde sein Zorn entbrennt, glückselig alle, die auf ihn vertrauen!



Heute vor 102 Jahren

begann in Konstantinopel mit der Ermordung der armenischen Politiker und Intellektuellen der Genozid an den Armeniern.
Die Welt -und wir mit ihr- gedenkt heute dieses grausamen Geschehens, des ersten Völermordes im 20. Jahrhundert.

                      

Die Türkei übt sich bis heute in aggressiver Verleugnung dieses Verbrechens, was an der Tatsache nichts ändert. Aber jetzt ist in Jerusalem ein chiffriertes Telegramm gefunden worden, das -wie der berühmte "rauchende Colt" als weiterer Beweis angesehen werden kann-
Mehr darüber morgen bei uns.

der Unterschied zwischen der Kirche wie sie sein sollte und wie sie ist

ist im Grunde ganz einfach:
Eigentlich sollte die Kirche den Menschen erzählen, wie sie dem lieben Gott  Freunde machen können!
Hört man sich die ortsüblichen Fürbitten mitsamt den offiziellen Erklärungen an, so muss man konstatieren, dass heutzutage die Kirche dem lieben Gott erklärt, was er gefälligst zu tun hat, damit die Menschen ihn zur Kenntnis nehmen.

Ein weiterer Unterschied scheint mir zu sein, dass man sich früher des Problems noch bewusst war.

Der Kongress zur Klarheit für Amoris Laetitia in Rom, Fortsetzung


Fortsetzung des Berichtes von Sandro Magister über die Tagung der Katholischen Laien zu Amoris Laetitia - mit dem Vortrag von Anna M. Silvas. 
Sie kommt zu dem Schluss, daß Papst Franziskus ein Vertreter des Geistes, wenn auch nicht de Heiligen, sei- wohl aber des Hegelschen....
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"EIN JAHR NACH "AMORIS LAETITIA". EIN WORT ZUR RECHTEN ZEIT"
von Anna M. Silvas

"Ich habe die Fallen gesehen, die der Feind überall auf der Welt aufstellt und sagte stöhnend: "Was kann an so vielen Fallen vorbeikommen? Dann hörte ich eine Stimme, die mir sagte: "Demut". Das sagte Antonius der Große, Vater der Mönche.

Und so erscheint es mir auch und ich habe angenommen, jetzt hier zu Ihnen zu sprechen- ein Jahr nach "Amoris Laetitia". Bitte verzeihen Sie mir, weil es so aussieht, daß einige qualifiziertere gläubige Laien vor mir sprechen. Das gegenwärtige Feld der Kirche ist so bedeckt mit kanonischen. theologischen und ecclesiologischen Fallen bedeckt, daß man kaum wagt, irgendetwas zu sagen, so merkwürdig ist diese Stunde in der Kirche.

Wenn ich auf ein Thema der gegenwärtigen Krise der Kirche zeigen sollte, so würde es "Modernität" sein und diese Stimmung in der Kirche, die Modernität so preist und ihr folgt, koste es, was es wolle.
Der Theologe Rowland Tracey zeigt auf, daß "die Moderne", zu der "up-zu-daten" wir gezwungen wurde, nie in den Dokumenten des II.Vaticanischen Konzils definiert wurden, ein wirklich außerordentliches Unterlassung. 
Sie sagt "Die nichtvorhandene theologische Untersuchung dieses "Moderne" genannten kulturellen Phänomens oder "die moderne Welt" durch die Konzilsväter 1962-1965 ist vielleicht  eines der frappierensten Züge der Dokumente des II. Vaticanischen Konzils.

Das lateinische Wort "moderna" bedeutet "genau jetzt", "das letzte", "das kürzlichste". Zum Kult der Moderne kommt es, wenn das zum vorherrschenden Wunsch wird, um so die Zustimmung der Elite-Klasse zu gewinnen, der "Kapitäne" der Medien und Schiedsrichter der Kultur. Wenn ich den Finger auf die Diagnose legen sollte, wäre es genau dieser Wunsch.

Vor ungefähr zwei Jahren nahm eine junge Freundin, Lehrerin und dem katholischen Glauben leidenschaftlich zugegeben, eine neue Stellung in einer Katholischen Schule an. Eines Tages schrieben einige ihrer Schüler in der 8. Klasse eine Arbeit in"Politik", Ihre Schüler besuchten das zweite Highschool-Jahr, sie hatten also 8 Jahre katholischer Schulerziehung hinter sich, das gesamte sakramentale "Programm"- schreckliches Wort. Was bedeutet sein Gebrauch?
Sie fragte, was ihre Politik sein würde, wenn sie Kandidaten bei den kommenden Wahlen wären. Zu ihrer Überraschung nannten alle außer einem Jungen die gleichgeschlechtliche Ehe und die LGBT-Agenda. So verwickelte sie sie in ein heilendes Gespräch.
Das hat mir gezeigt, daß die rein säkulare Moderne unter den heutigen Katholiken schon weiter verbreitet ist,  als die Werte des Lebens in Christus und die Lehre der Kirche.
Das Eintauchen in die Praktiken der Moderne hat zu einer de-facto-Situation geführt, daß die Moderne bis tief ins Knochenmark und die Blutgefäße des Katholizismus eingedrungen ist. 
Das durchdringt ihr Denken und ihr Handeln. Ich habe mich umgesehen und angefangen mich entsetzt zu fragen, wie weit das auch auf die Führung der Kirche zutrifft, vielleicht sogar auf die Besten darunter? Wie viele im Tiefsten eher dem modernen weltlichen Programm verbunden sind, als wirklich Christi Aufforderung zum Gehorsam in unserem Herzen und Geist?

Aggiornamento und Anpassung an die säkulare Welt oder die Benedikt-Option?

In seiner wöchentlichen Kolumne für Monday in the Vatican beschäftigt sich A. Gagliarducci heute mit der "Benedikt-Option" als einer möglichen Antwort auf den Kulturwandel, der die Katholische Kirche zunehmend bedroht und die in Gegensatz zum Aggiornamento à la Franziskus steht.
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  "PAPST FRANZISKUS UND DIE "BENEDIKT OPTION"
"Vielleicht liegt ein Weg auf das Pontifikat von Papst Franziskus zu schauen nur in einer Frage: wie soll man den Kulturwandel unserer Zeit angehen? Das war die Hauptfrage bei der Generalkongregtation 2013 -dem Präkonklave-Treffen der Kardinäle- und sie steht wahscheinlich an der Basis von Papst Franziskus´gesamten Pontifikat.

Dass die Frage wichtig ist, wird durch die Tatsache bewiesen, daß dieses Thema dann noch einmal in der Angelsächsischen Welt nach der Veröffentlichung des Buches "Die Benedikt-Option" von Rod Dreher gestellt wurde. Um es (sehr stark)  zusammenzufassen: Dreher sagt, "daß die Christen in dieser postchristlichen Zivilisation auf den Hl. Benedikt von Nursia als Lebensmodell schauen sollten". Genau so wie der Hl. Benedikt eine kleine Gemeinschaft um sich sammelte und von drt aaus eine neue Zivilisation startete, sollten die Christen es heute machen.

Dreher schaut auf die kleine Gemeinde wie sie vom Philosophen Alasdair McIntyre  formuliert wurde, McIntyre hatte dabei die Kreativität der Mönche des 6. Jahrhunderts im Auge als Antidot gegen das Zunehmen des postchristlichen Gesellschaft. Und er unterstreicht, daß diese Wahl der kleinen Gemeinde auf der immer größer werdenden Zahl der kleinen Gemeinden unserer Zeit beruht.

Die Diskussion zeigt, daß es ein Problem ist, das zu Herzen geht. So sehr, daß es Schreiber gab, die die "Benedikt-Option" vor möglichen Fehlinterpretationen gab, während Bischof Richard Barron, der in den USA sehr beliebte Weihbischof von Los Angeles, dieses Thema durch die Linse der Pflicht der Christen und besonders der Katholiken zu einer Christlichen Identität, die für unsere Zeit ein essentielles Thema ist.

Jedenfalls war das Thema auch eine der Fragen um dieses Pontifikat. Am Ende könnte man sagen, daß das gesamte Pontifikat von Papst Franziskus versucht die Frage "wie kann man in einer sich ändernden Welt evangelisieren"?

Diese Frage- stellte man sich auch beim Treffen der Kardinäle, kurz bevor Papst Franziskus gewählt wurde- und es war klar, daß auch sie nach einer Änderung der Lesart suchten, um die Kirche aus dem Sumpf des negativen Narrativs bzgl. der Kirche, das die Medien durchzog. Die Frage hängt nach 4 Jahren dieses Ponifikates immer noch in der Luft- trotz Papst Franziskus.

Spricht die Benedikt-Option Papst Franziskus an? Schaut man auf die Hauptthemen dieses Pontifikates kann man sich verschiedene Wege vorstellen, diese Frage zu beantworten.

Zuerst im Hinblick auf die Regierung. Offensichtlich erfordert der Kulurwandel von Papst Franziskus, daß Männer in Schlüsselpositionen Macht haben. Daher die Entscheidung des Papstes, Erzbischof Victor Fernandez, sofort zum Rektor der Katholischen Universität von Buenos Aires zu bestellen, dessen Ernennung auf diesen Posten Kardinal Bergoglio damals gegen den Widerstand des Vaticans verteidigt hatte.


Sonntag, 23. April 2017

Hauptsache Schlagzeilen ...?

Wir konnten es ja schon die ganze Zeit beobachten. Alles was aus Rom zu hören und zu sehen war, schien einzig darauf bedacht zu sein, Schlagzeilen zu produzieren. Wir müssen nicht mehr alles aufzählen, was das Oberhaupt der Katholischen Kirche seinen eigenen Leuten so alles unterstellt. Das kann man inzwischen einfach "ned amoi ignorian", wie es Karl Valentin so trefflich auszudrücken pflegte.

Die italienischen Medien haben den Herrn aus Argentinien schon seit einer Weile durchschaut (siehe die Artikel hier auf unserem Blog. Und im englischsprachigen Raum geht man die Sache mehr mit Spott als mit Kritik an ... darin sind besonders die Briten unübertrefflich.
Nur die Deutschen waren dem Nachfolger Benedikts mehr als gewogen. Wundert uns auch nicht, denn es waren ja die in den Medien beliebten deutschen Kardinäle, die als Teil der "St. Gallen Mafia" die Wahl von Franziskus gefördert haben.

Aber jetzt hat der bekannte Tropfen das Fass zum Überlaufen gebracht und auch die bisher so lauten Papstjubler-Medien gehen in sich. Man könnte den Eindruck bekommen, dass immer, wenn der Papst sein Redemanuskript zur Seite legt und frei spricht, in der PR-Abteilung des Vatikan nicht nur extreme Nervosität herrscht, sondern auch eine Sonderration Schweißtücher ausgegeben wird. Die Damen und Herrn dort sind echt nicht zu beneiden. So war's auch gestern. Wir können hier nicht alles verlinken, was da so durch den Pressewald ging ... von der tagesschau bis zu den moderaten Medien hagelte es Kritik.
Herausragend war allerdings dieser Beitrag aus der NZZ, in dem dem Papst empfohlen wird, doch in Zukunft sich besser nicht mehr zu Wirtschaft und Politik zu äußern ?
Ob er sich dran hält? Wohl eher nicht. Wir dürfen also auf den nächsten kreativen Ausbruch gespannt sein.
Ich geh derweil mal beten. Zum heiligen Michael - dem Schützer und Bewahrer unserer Kirche. Der im Moment auch ganz schön viel zu tun hat.

Sandro Magister zum bei uns lauthals beschwiegenen Kongress über die Unklarheiten in Amoris Laetitia in Rom, Teil 1

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"NACH VIERKARDINÄLEN SPRECHEN SECHS LAIEN. WER WEISS OB DER PAPST WENIGSTENS IHNEN ZUHÖRT."

Die vier Kardinäle waren nie allein mit ihren Dubia. Der Beweis dafür ist, was am 22. April im Auditorium des Hotels Columbus- einen kurzen Spaziergang vom Petersplatz entfernt passierte, sechs renommierte Gelehrte aus ebenso vielen Ländern trafen sich, um einem Appell ihre Stimme zu leihen, der von großen Teilen des Gottesvolkes ....wurde, damit Klarheit geschaffen werde in der  durch Amoris Laetitia ausgelösten Verwirrung.

Anna M. Silvas ist aus Australien gekommen, Claudio Pierantoni aus Chile, Jürgen Liminski aus Deutschland, Douglas Farrow aus Kanada, Jean P. Messina aus Kamerun und Thibaud Collin aus Frankreich. Und einer nach dem anderen-wandte sich im Verlauf eines Tages der Krise zu, die das Dokument von Papst Franziskus ein Jahr nach einer Veröffentlichung in der Kirche erzeugt hat.

Settimo Cielo bietet seinen Lesern die vollständigen Texte der sechs Vorträge in ihrer Originalsprache an . Aber wir lenken die Aufmerksamkeit besonders auf den von Claudio Pierantoni, Patristiker und Professor für mittelalterliche Philosophie an der Universität von Chile in Santiago, den wir zusammengefaßt wiedergeben.

Pierantoni bringt noch einmal den Fall der beiden Päpste, die während der ersten christlichen Jahrhunderte in Irrtümer verfielen. Der ein wurde "post mortem" von einem Ökumenischen Konzil verurteilt und der andere dazu gebracht, sich zu Lebzeiten zu korrigieren.

Aber auch heute- argumentiert er- gibt es einen Papst. der "Opfer" einer weitverbreiteten Tendenz zum Irrtum ist, der die Fundamente und  der Glauben der Kirche unterminiert, "auch wenn er sich dessen kaum bewußt ist. Und auch er benötigt eine barmherzige Korrektur, die der Wahrheit ihren Glanz zurückbringen kann.

Pierantoni ist nicht der einzige unter den sechs, der auf die Lehren der älteren und jüngeren Vergangenheit zurückgreift.

Thibaut Collin, ein Professor für Moralphilosophie und Politik am Collège Stanislas in Paris erinnere an das Beispiel des Widerstandes zahlreicher Theologen und ganzer Episkopate gegen die Enzyklika "Humanae Vitae" von Paul VI, die als "rein ideal" herabgestuft und so als undurchführbar gemacht wurde. Und er zeigte, wie diese zerstörerische "pastorale" Logik mit "Amoris Laetitia" in Bezug auf die Unausflöslichkeit der Ehe wieder modern wurde- und bald aauch für homosexuelle Liebschaften.

Anna M. Silvas, Australierin, die dem Östlichen Ritus angehört, Patristikerin und Professorin an der Universität von Neu England , wies dagegen auf die Gefahr hin, daß auch die Katholische Kirche den jahrhundertealten Weg der Protestanten und Orthodoxen hinab zur Scheidung beschreiten könnte, gerade in dem Augenblick- wie sie überraschend hinzufügte- in dem die Koptische Kirche zur ausnahmslosen Unauflöslichkeit der Christlichen Ehe zurück kehrt.

Was eine Antwort von Papst Franziskus auf die Dubia und auch die Möglichkeit einer Korrektur von seiner Seite angeht, drückte Anna M. Silvas Skepsis aus. Sie schlägt statt dessen eine "Benedikt-Option" für die aktuelle nach-christliche Ära vor, inspiriert vom Mönchstum während des Kollaps der Antike, ein demütiges und gemeinsames Verweilen "bei Jesus und den Vätern"(Joh.14, 23) in gläubiger Erwartung, bestehend aus Gebet und Arbeit, damit der Sturm, der die Welt und die Kirche von heute erschüttert,ein Ende haben möge.

Sechs Stimmen, sechs verschieden Interpretationen. Alle tief beeinflußt von "Caritas in veritate".
Wer weiß, ob Papst Franziskus wenigstens ihnen zuhört.


23. April: Heiliger Georg - Märtyrer und Drachentöter

Wir gratulieren allen Georgs, Georges, Serges und Jorges zum Namenstag.

Mögen sie den Drachen - die alte Schlange innerlich und äußerlich besiegen!

Wir gratulieren mit dem Auszug dem Bach-Choral "Jesu meine Freude" ... und mit wunderschönen Bildern aus dem Libanon 2012:



Ein großes Geschenk für alle, die gerade ein bisschen der Mut verlassen hat!

Fundstück: Ein Kirchenlehrer...

Interview von Agathe Lukassek für  katholisch.de mit Peter Seewald mit dem Titel

                             "EIN KIRCHENLEHRER DER MODERNE"

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das so beginnt:

"Frage: Herr Seewald, haben Sie Benedikt XVI. seit dem Erscheinen Ihres letzten gemeinsamen Interviewbuchs im September 2016 getroffen?


Seewald: Ja, ich habe ihn im Dezember besucht und werde nochmal im Mai hinfahren, wenn der Trubel um seinen 90. Geburtstag vorbei ist. Diese Treffen dauern rund eine Stunde und ich habe immer Fragen im Gepäck, denn die Menschen wissen immer noch viel zu wenig über Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. So kommt es eigentlich nie zu einem klassischen Plausch. Jede Begegnung ist auch immer ein Arbeitstreffen. Wir sind ja keine Freunde geworden. Für meine journalistische Arbeit ist die kritische Distanz unerlässlich; Hofberichterstattung hat keinen Wert." (.....)

Quelle: katholisch.de, A.Lukassek


50 berühmte Konvertiten zur Katholischen Kirche

hat Matthew Benson im National Catholic Register aufgelistet.
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" 50 KATHOLISCHE KONVERTITEN: BERÜHMTE KIRCHGÄNGER DES VORIGEN JAHRHUNDERTS"

In der Ostervigil empfängt die Kirche Tausende neuer Katholiken. Im Durchschnitt treten in den USA jedes Jahr mehr als 100.000 Erwachsene in die Kirche ein. Sie kommen aus jedem Lebensbereich und jeder Altersgruppe.
Einige kommen nach vielen Jahren eines persönlichen Kampfes in die Kirche und einige am Ende ihres Lebens. Andere werden durch das Beispiel von Heiligen, Priestern, Ordensleuten, beispielhaften Laien und Familienmitgliedern, die Jesus bezeugen, dazu bewegt, katholisch zu werden.

Am Ende kommen sie natürlich alle zum selben Schluss wie ein anderer berühmter Konvertit, der Selige Kardinal John Henry Newman: "Was das Christentum angeht, verursachen 10.000 Probleme keinen Zweifel."
Und um sicher zu sein. werden viele Konvertiten durch das Beispiel berühmterer Konvertiten ermutigt. Kino-Stars, Poeten, Schriftsteller, Musiker. Philosophen. Wissenschaftler und sogar Königinnen waren in ihrem Gewissen überzeugt, daß sie katholisch werde  mußten.

Sie waren Sünder (wie wir alle) und-wie eine solch unterschiedliche und interessante Gruppe- haben sie sehr unterschiedliche Temperamente, Persönlichkeiten und  Schwächen.
Die erstaunliche Bandbreite ist in sich selbst ein Mikrokosmos der vielen verschiedenen Leute, die jährlich in die Kirche eintreten und auch eine hilfreiche Erinnerung daran, daß jeder von Christus gerufen ist und daß keine Vergangenheit- wie dunkel und turbulent auch immer- uns für Gottes liebende Umarmung der Barmherzigkeit und Vergebung unwillkommen macht. Hier sind einige der bemerkenswertesten Konvertiten des letzen Jahrhunderts.


Samstag, 22. April 2017

Interview

Wlodzimierz Redzioch hat für Niedziela Pater Hermann Geissler interviewt, das auch von acistampa veröffentlicht wurde.

"JOSEPH RATZINGER, EIN THEOLOGE, DER DEM GLAUBEN VERNUNFT GEBEN UND DIE WAHRHEIT KOMMUNIZIEREN KANN"

Der jung aussehende Priester, der mich im Palazzo des Sant´ Uffizio empfängt ist ein Österreicher und gehört zur spirituellen Familie "L´Opera", einer neuen Familie geweihten Lebens, das von Julia Verhaeghe, einer Belgierin (1910- 1997) gegründet und von Johannes Paul II 2001 anerkannt wurde.
Nach dem Theologie-Studium hat er über das Thema "Gewissen und Wahrheit bei Kardinal John Henry Newman" promoviert.
             
1991 wurde Hermann Geissler zum Priester geweiht und hat für zwei Jahre den pastoralen Dienst in einer Pfarrei in Österreich begonnen. Seit 1993 leitet er das Internationale Zentrum des Freunde Newmans in Rom und arbeitet in der Glaubenskongregation. 2009 hat ihn Benedikt XVI zum Chef der Doktrin-Abteilung der Kongregation ernannt. Er war 20 Jahre lang an der Seite von Kardinal Ratzinger und dann Benedikts XVI und ist deshalb eine der qualifiziertesten Personen, um anläßlich seines 90. Geburtstages über ihn zu sprechen.

"Wann haben Sie erstmals einen Text von Kardinal Joseph Ratzinger gelesen? 

1983 habe ich in Heiligenkreuz mit dem Theologiestudium begonnen. Zu der Zeit gab es nicht wenige Spannungen im Inneren der Kirche in Österreich. Für einen jungen Seminaristen war es schwer, den richtigen Weg zu finden. Ich habe also mit wahrem Enthusiasmus und großem Profit den "Report über den Glauben" von Kardinal Ratzinger gelesen, das 1984 erschienen war. Ich erinnere mich daran, daß ich von seiner Liebe zur Wahrheit berührt war, wegen einer Fähigkeit auf die Herausforderungen zu antworten, klar über den Glauben zu sprechen.

Wie kam es, daß Sie einer seiner Mitarbeiter in der Glaubenskongregation wurden? 

Ich weiß nicht, wer mich vorgeschlagen hatte. Ich erinnere nur, daß um Ostern 1993 mein Superior mich bat, nach Rom zu kommen. Er sagte mir, daß Kardinal Ratzinger um meine Mitarbeit gebeten habe. Ich war erstaunt, weil ich erst 27 Jahre alt war und mich einer solchen Aufgabe nicht gewachsen fühlte. Aber weil der Dienst an einer gesunden Lehre zum Charisma meiner spirituellen Familie "L´Opera" gehört, habe ich sofort zugestimmt. Kurze Zeit darauf, hatte ich eine erste Begegnung mit Kardinal Ratzinger, der zu mir sagte: Pater Geissler. wenn Sie anfangen in der Glaubenskongregation zu arbeiten, dürfen Sie nicht vergessen, demütig und einfach zu bleiben.


Amoris Laetitia -alte Theorien aus den 70-er Jahren....oder immer wieder St. Gallen und immer wieder Kardinal Kasper

Lorenzo Bertocchi untersucht in seinem Beitrag für La Nuova Bussola Quotidiana -am Tag des Amoris-Laetitia-Kongresses in Rom-noch einmal die Hintergründe der Verfechter der Zulassung der geschiedenen Wiederverheirateten zur Eucharistie.
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"POSSUMUS. DER KERN VON "AMORIS LAETITIA" WAR SCHON GESCHRIEBEN. BLEIBEN DIE DUBIA."
Das war alles schon geschrieben, sagt der Theologe der seit Jahren in wichtigen Universitäten lehrt, "im Grunde nimmt Amoris Laetitia alte Theorien wieder auf, die am Ende der 70-er Jahre von Theologen und Pastoren gefördert wurden." 
In der Zwischenzeit gibt es ein Buch zum Durchblättern,
Der Titel ist wichtig: "Glaube und Erneuerung. Das II.Vaticanische Konzil 40 Jahre danach"- herausgegeben von Msgr. Bruno Forte und einer Schar imponierender Co-Autoren. 
2005 verlegt von San Paolo, kurz nach der Wahl Joseph Ratzingers zum Papst.

Dazu gehören die inzwischen verstorbenen Kardinäle Loris Capovilla, der schon Sekretär von Papst Johannes XXIII war und Carlo Maria Martini, nach seiner eigenen Definition "Gegenpapst"; 
der liturgische Ex-Zeremoniar von Johannes Paul II, Msgr. Piero Marini und schließlich Kardi nal Walter Kasper, der damalige Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen.
Eine bedeutende Gruppe von Hirten und Theologen, die man- ohne viel Phantasie- als eine Dependance jener St. Gallen-Gruppe definieren könnte, die sich aus den berühmtesten Kardinälen aus dem Norden Zentraleuropas zusammensetzte und sich in der Schweizer Stadt traf, um zu meditieren und ein Team für die Erneuerung der Kirche zu bilden.
Es wäre ein offenes Geheimnis zu lüften, zu enthüllen, daß die Kardinäle Walter Kasper, Karl Lehmann, Achille Silvestrini, Basil Hume, Cormac Murphy- O´Connor, Godfried Danneels und Carlo Maria Martini sich in St. Gallen trafen und es ist auch kein Geheimnis, zu sagen, daß sie sich nicht in besonders gutem Einklang mit dem polnischen Papst  und seinem Präfekten des ehemaligen Sant´ Uffizio befanden. 

Eine Wende in der Morallehre der Kirche, geplant auch in ihrer pastoralen Anwendung, die auf den Flügeln eines gewissen "Geist des Konzils" realisiert werden sollte, manifestierte sich besonders deutlich nach der Enzyklika Humanae Vitae (1968) des Sel. Pauls VI, die die traditionelle Lehre über Empfängnisverhütung und die menschliche Liebe bestätigt hatte.
Das Pontifikat Johannes Pauls II und dann das Benedikts XVI stellte in den Augen vieler eine "Bremse" für eine "neue" Kirche dar. 
Es gab Leute, die nicht aufgaben und die den "kulturellen Teil" der Kirche darstellten,
Bücher, Zeitschriften, Lehrstühle, Seminare, Salons wurden gut von denen in Besitz genommen, die über den Buchstaben des Konzils hinausgehen wollten.
Mit spitzer Feder haben sie auf raffinierte Weise präzise Leitlinien zur Liturgie, dem Ökumenismus, zur Moral verfaßt, unabhängig von der Tatsache, daß seit Paul VI die Päpste davor warnten, nicht alles zu zerbrechen, was vorher gewesen war. 

Wenn man das 2005 veröffentlichte Buch durchblättert, kann man sich schnell dessen bewußt werden, mit welcher Leidenschaft die beseelt waren, die noch weiter gehen wollten.
Kardinal Kasper reflektiert in diesem Buch über die pastorale Konstitution "Gaudium et spes", die das Konzil- nicht ohne Mühe- einem neuen Verhältnis zwischen der Kirche und der modernen Welt gewidmet hatte. "Das ist alles neu" schrieb der deutsche Kardinal, für den in diesem Text nicht nur neue Themen (Wissenschaft, Kultur, Familie, Ehe, Friede, Krieg) hervorgingen sondern vor allem "eine neue Art wie das Dokument die sie angeht: ein Zugang im Dialog."


... wer zu spät kommt...

Wir erinnern uns noch gerne an den Ostermontag zurück. Was war das für eine Freude. Die Bayern feierten "ihren Papst", der am Sonntag seinen 90. Geburtstag begehen konnte.
Wunderbare Bilder, die nicht nur hier auf unserem Blog stehen, sondern auch um die Welt gingen. Sogar Radio Vatikan hatte ein Video ...
Wer allerdings genau hingesehen hat, konnte nirgendwo die Vertreter des Erzbistums München-Freising ausmachen. Kein Kardinal, der auf allen Bildern zu sehen ist und den emeritierten Papst in den höchsten Tönen lobt? Nanu, was war denn da los. Stand er etwa in der hinteren Reihe und war gar nicht zu sehen?
Nein. Nicht nur offensichtlich fand die bayerische Geburtstagsfeier ohne die Vertreter der Heimatdiözese Benedikts statt.
Denn die kamen erst am Dienstag.... völlig unbemerkt und selbstverständlich ohne Fernsehen oder sonstige Presse. Lediglich die Münchner Kirchennachrichten waren dabei. Hier gab's einen kurzen Bericht und auch ein Foto. Die fröhliche Stimmung vom Vortag scheint verflogen ... und es war wohl auch nicht so schönes Wetter, was es erlaubt hätte, einen Empfang vor der Tür von Mater Ecclesiae zu machen. "In privater Atmosphäre" steht im Artikel ... und es ist zu hoffen, dass Benedikt diese private Atmosphäre genutzt hat, um den Vertretern des Erzbistums München nicht nur für Gratulation aus dem Erzbistum zu danken, sondern insbesondere der Führung auch etwas ähnliches zu sagen, wie er es bei seiner Bischofsweihe im Münchner Dom getan hat:



Zeit wird's!