Montag, 17. Juli 2017

A. Socci zu Benedikts XVI Abschiedsworten für Kardinal Meisner

Auch A. Socci setzt sich auf Il Straniero mit den hysterisch-paranoiden Reaktionen der näheren und ferneren Entourage des regierenden Pontifex auf die Abschiedsworte des Papa emeritus, eines Freundes an einen Freund auseinander.
Hier geht´s zum Original:  klicken

      "DAS SCHIFFLEIN PETRI DROHT ZU KENTERN. WORTE BENEDIKTS XVI"

                     


"Was denkt Benedik XVI? Was sagt Benedikt XVI? Stimmt er mehr oder weniger mit Bergoglio überein? Was denkt er über die Dubia der 4 Kardinäle?
Diese Fragem konnte man bis jetzt nur vage beantworten.
Einige, Fans des neuen Kurses, haben auf die Korrektheit hingewiesen, die Benedikt XVI gegenüber seines Nachfolgers zeigt: nie eine Kritik- was deshalb Zustimmung bedeute.
Andere, kritisch gegenüber vielen Entscheidungen Franziskus´, erkennen einige Fakten, die eher das Gegenteil bedeuten.
Wie z.B. Benedettos Vorwort für Kardinal Robert Sarahs Buch, das sicher nicht auf der liturgischen und doktrinalen Linie von Franziskus liegt.

Und die Dubia? Daß Benedikt XVI mit den 4 Kardinälen einig sei, ließe an viele Dinge denken : sein vergangenes Lehramt, seine enge Freundschaft mit allen vier, 2 davon Deutsche wie er:
Die Erklärung seines Sekretärs Georg Gänswein, der bei einer Gelegenheit in Bezug auf Amoris Laetitia öffentlich mitgeteilt hatte, daß sich die Doktrin nicht mit einer Fußnote ändern läßt, während er bei einer anderen Gelegenheit berichtete, daß Benedikt die Debatte über die Dubia aufmerksam verfolgt (ein Ausdruck der eher auf darauf hinzuweisen scheint, daß er sie interessant findet,- sicher nicht unbegründet.)

Heute ist es schwer-nachdem was Benedikt über den Tod seines Freundes, des Kölner Kardinals Joachim Meisner, geschrieben hat-so zu tun, als verstehe man nicht.





Warum?

Vor allem weil Benedikt berichtet, er habe mit Kardinal Meisner einen Tag vor seinem Tod telefoniert:

"Als ich vergangenen Mittwoch durch ein Telefonat den Tod von Kardinal Meisner erfuhr, wollte ich es zunächst nicht glauben. Am Tag zuvor hatten wir noch über das Telefon miteinander gesprochen. Aus seiner Stimme klang die Dankbarkeit dafür, dass er nun im Urlaub angelangt war, nachdem er am Sonntag zuvor noch an der Seligsprechung von Bischof Teofilius Matulionis in Vilnius teilgenommen hatte. Die Liebe zu der Kirche in Nachbarländern im Osten, die unter der kommunistischen Verfolgung gelitten hatten, wie die Dankbarkeit für das Standhalten in den Leiden jener Zeit hat ihn zeitlebens geprägt. Und so ist es wohl doch kein Zufall, dass der letzte Besuch in seinem Leben einem der Bekenner des Glaubens in jenen Ländern gegolten hat."


Also haben Benedikt XVI und Kardinal Meisner, einer der 4 Kardinäle der Dubia, bis zum Ende miteinander gesprochen.
Schwer sich vorzustellen, daß  Benedikt sich von einer so eklatanten Aktion seines guten Freundes distanziert hätte. Schwer zu glauben, daß sie nicht über den Rauswurf eines anderen deutschen Kardinals gesprochen hätten. Müller, angesichts der Tatsache daß dieser -auf schlechte Weise entlassen, weil er sich nicht einer Ruptur-Interpretation von Amoris Laetitia beugen wollte, von Benenikt selber ernannt worden war. 

Es ist zu bemerken, daß Meisner-am Tag bevor er starb- sowohl mit Benedetto als auch mit Müller gesprochen hat, der ihm erklärte "tief betrübt" über seine Entlassung zu sein. Sollte nicht auch Benetto tief betrübt gewesen sein?
Jedenfalls haben wir einen  deutschen Kardinal, Unterschreiber der Dubia, der bis zum Tag seines Todes die Ereignisse in der Kirche verfolgte, der zwei Freunde befragte, die für ihre Rechtgläubigkeit bekannt sind: Ratzinger und Müller.
Und was schreibt Benedetto, um dieses Kardinals und engen Freundes zu gedenken?
Er schreibt:
"Wir wissen, daß es ihm, dem leidenschaftlichen Hirten und Seelsorger, schwerfiel, sein Amt zu lassen, und dies gerade in einer Zeit, in der die Kirche besonders dringend überzeugender Hirten bedarf, die der Diktatur des Zeitgeistes widerstehen und ganz entschieden aus dem Glauben leben und denken."

Das ist schon ein klares Urteil, ganz positiv über den leidenschfatlichen Hirten und sein  gegen-den-Strom-Schwimmen gegen die "Diktatur des Zeitgeistes". Bei wem der Zeitgeist ist, ist-nach den dubia-nicht schwer zu begreifen....Sicher nicht Meisner-Caffarra-Burke-Brandmüller.

Aber das ist noch nicht alles:
"Aber umso mehr hat es mich bewegt, dass er in dieser letzten Periode seines Lebens loszulassen gelernt hat und immer mehr aus der tiefen Gewissheit lebte, dass der Herr seine Kirche nicht verlässt, auch wenn manchmal das Boot schon fast zum Kentern angefüllt ist...."

Benedikt hat keine Zweifel: Meisner hat die Kirche nicht verraten, indem er in seinem letzten Lebensabschnitt die Gültigkeit der wichtigsten Passagen von Amoris Laetitia bezweifelte. Meisner hat die Kirche immer geliebt, sah aber das Schifflein Petri kurz vor dem Kentern.
Dieses "auch wenn manchmal das Boot schon fast zum Kentern angefüllt ist...." ist ein unanfechtbares Urteil, das Meisner, seinen Glauben, seinen Kampf gegen die Diktatur  des Zeitgeistes, der in den Tempel eingedrungen ist, mit der schrecklichen Krise verbindet, in die die Kirche geraten ist.

Benedetto schließt so: 
"Als an seinem letzten Morgen Kardinal Meisner nicht zur Messe erschien, wurde er in seinem Zimmer tot aufgefunden. Das Brevier war seinen Händen entglitten. Er war betend gestorben, im Blick auf den Herrn, im Gespräch mit dem Herrn."

Für einen, der von den moderneren Männern der Kirche beschuldigt wird, gegen den Papst zu sein und die Kirche spalten zu wollen usw., konnte es keine beredtere Eloge geben- von einem Mann der heute noch den weißen Ornat trägt und mit "Benedikt XVI, Papa emeritus" unterschreibt.

Quelle: Lo Straniero, A. Socci

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